| Institut
für Länderkunde Geographische
Zentralbibliothek
Der Leipziger Geologe und Vulkanologe Alphons
Stübel (1835-1904) hatte auf zahlreichen Expeditionen nach Spuren des Vulkanismus auf der
Erde und deren Erklärung gesucht. Die Erträge seiner fast 10 Jahre währenden
Forschungsreise durch Südamerika, die er gemeinsam mit seinem Freund Wilhelm Reiss
unternahm, waren so gewaltig, daß sie nach der wissenschaftlichen Auswertung die privaten
Aufbewahrungsmöglichkeiten überschritten. Stübel machte daher der Stadt Leipzig zu
Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ein Schenkungsangebot und verband
damit die Forderung nach öffentlicher Präsentation in einem Museum.
Die Zeit war günstig für die Gründung
einer geographisch-länderkundlichen Institution in Leipzig. Hier gab es seit 1871 an der
Universität einen Lehrstuhl für Geographie und einen seit 1861 bestehenden Verein für
Erdkunde. Große Verlage wie das Bibliographische Institut oder Brockhaus bildeten neben
den wissenschaftlichen Instituten eine Lobby und die Stadt nahm die Schenkung an.
Weitsichtig war Stübels Entscheidung zur Errichtung einer geographischen Fachbibliothek
und eines Archivs für Forschungsreisende, die bis heute fortbestehen.
Als einziges geographisches Museum in
Deutschland und Europa erhielt es 1935 die Bezeichnung Deutsches Institut für
Länderkunde und wurde Körperschaft öffentlichen Rechts. Bei der Zerstörung des
Grassimuseums durch Bomben am 4. Dezember 1943 fielen alle Ausstellungsobjekte den Flammen
zum Opfer, ausgelagerte Güter fielen später z.T. in die Hände der Besatzungsmächte.
Das Museum erlebte eine wechselvolle
Nachkriegsgeschichte in der DDR bis hin zum Zusammenbruch des Systems und der Neugründung
des Instituts im Jahr 1992. Insbesondere die Einmaligkeit der Bestände von Bibliothek und
Archiv trugen zu diesem Neubeginn bei.
Sammelgebiete: Geographie,
Kartographie, Karten, Stadtpläne, Atlanten, Statistiken.
Bestand: 176.000 Bde., 1.000
laufende Zeitschriften, 40.000 Karten, wertvoller historischer Altbestand. internationaler
Schriftentausch.
Sondersammlungen: Archiv
für Geographie, Gemäldesammlung, historische Ansichtskarten, Fotoarchiv.
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