Gohliser Schlößchen mit Barockgarten

Das ehemalige Waldschlößchen am Rosental bildet als Leipzigs einziges Schloß den Höhepunkt spätbarocker Stadtarchitektur und empfängt im wiedererstandenen Glanz seiner Gründertage zu einer "Landpartie" mitten in Leipzig. Als Sommersitz des Ratsherrn und Kaufmanns Johann Caspar Richter 1754/56 erbautes Rokoko-Schlößchen. Im Festsaal ist ein Deckengemälde "Lebensweg der Psyche" von A.Fr.Oeser, dem ersten Direktor der Malerei-, gohliserschloss.jpg (121284 Byte)Zeichnungs- und Architektur-Akademie und Zeichenlehrer Goethes, zu sehen. Von 1780-88 wird das Schlößchen unter seinem Hausherrn Justiz- und Hofrat Johann Hieronymus Hetzer zum "Musenhof am Rosental", der Schiller und den Körnerschen Freundeskreis 1785 zu seinen Gästen zählt.

Während der Völkerschlacht 1813 dient das Schlößchen der französischen Armee als Hauptquartier, später dem russischen General Baron von Winzingerode und wird schließlich Militärhospital. Um 1900 läßt Carl Georg Nitzsche das Schlößchen "...in pietät- und verdienstvoller Weise" restaurieren und rettet es damit vor dem empfohlenen Abriß. Seit 1906 befindet sich das Gebäude wieder, wie schon einmal 1792, in städtischem Eigentum, erst 1934-37 erfolgt eine Generalrestaurierung, danach beginnt die öffentliche kulturelle Nutzung des Hauses. Während des zweiten Weltkrieges wird es durch Bomben erheblich beschädigt, nach dem Krieg in der DDR nur nachlässig behandelt.

Die nahezu unverändert erhaltene Raumstruktur, das restaurierte, zum Teil sehr wertvolle mobile Inventar verschiedener Kunstepochen, die in den ursprünglichen Abmessungen erhaltenen Freiflächen mit den nun restaurierten Skulpturen im Garten wie das wiedergewonnene wundervolle Erscheinungsbild spätbarocker Architektur der dreiflügeligen Schloßanlage ließen - trotz Beteiligung zweier Stilepochen - ein Gesamtkunstwerk entstehen, das bürgerliche Wohnkultur des ausgehenden Jahrhunderts erlebbar werden läßt und zugleich erlesene Begegnungsstätte und festlicher Ort für Kammerkonzerte, Lesungen, sowie Theater- und Ballettinszenierungen ist.

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