| Plagwitz war das wichtigste
Industriequartier Leipzigs. Der Industriepionier Dr. Karl Heine und andere
Gründungsväter planten und bauten ein komplettes Stadtquartier mit Industrie, Straßen-
und Wasserwegen sowie Wohnhäusern für Fabrikarbeiter. Zu DDR-Zeiten vernachlässigt,
wird dieses wertvolle Potential nun infrastrukturell und städtebaulich genutzt und
umgenutzt.
Karl Heines
Vision, Leipzig mit einem Kanal an Wasserstraßen anzuschließen, um Schiffe bis Hamburg
führen zu können, scheiterte. Der Karl-Heine-Kanal ist jedoch inzwischen komplett
saniert. Ein weiteres Vorhaben ist für Leipzig von großer Bedeutung geworden: in drei
Abschnitten wird der unterirdisch geführte Pleißemühlgraben wieder geöffnet, womit der
Stadt urbane Qualitäten zurückgegeben werden.
Durch Umnutzung von Industriedenkmälern
entsteht Arbeitsfläche mitten in der Stadt. Einzug hielten Technologie- und Gewerbeparks,
das BIC, Buisiness- und Innovationscenter.
Ruhige Straßen und verzweigte Wasserwege
machen Plagwitz aber auch für Menschen, die eher unkonventionelle Wohnformen suchen, zu
einem anziehenden Quartier. Die Bausubstanz ist weitgehend saniert. Im Wohn- und Büropark
"Weiße Elster", ehemals Industriebrache, befinden sich jetzt 430 Wohnungen und
1500qm Bürofläche in direkter Nachbarschaft am Wasser. Das Gelände der ehemaligen
Buntgarnwerke, durch die weiße Elster geteilt, soll auf der südlichen Seite in Zukunft
neue, außergewöhnliche Wohnungen (Lofts, Ateliers) in alten Gebäuden beherbergen.
Alte Industriegleise - vor 150 Jahren
systematisch zur Erschließung des Gebietes angelegt - durchziehen Plagwitz. Aus diesem
Gleisnetz soll in den nächsten 2 Jahren ein Wegenetz entstehen. Ein Stadtteilpark
entsteht, der terassenartig zum Wasser hinunterführt. Der einst zu 80% versiegelte Boden
in Plagwitz erfährt die "grüne Wende" |