Zentrum
für Bucherhaltung (ZFB)
Bibliotheksbestände der letzten 150 Jahre
zerfallen massenhaft. Verursacher sind Säuren, die im Papier stecken, seit sich in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die industrielle Produktion aus Holz und
Aluminiumsulfat-Harzleim durchsetzte. Die sauren Rückstände zerstören in Verbindung mit
Umwelteinflüssen die Druckwerke innerhalb 80-100 Jahren, bei schlechter Lagerung oder
häufiger Benutzung auch schneller.
Das bedeutet, in den nächsten Jahren ist mit
einem rapiden Anstieg notwendiger Konservierungen zu rechnen. In den 1500 großen
deutschen Bibliotheken gelten 60 Mio. Bände als so stark angegriffen, daß sie nicht mehr
benutzt werden können, schätzungsweise sind inzwischen in Westeuropa und den USA 30% der
Bücher beschädigt und 10% unbenutzbar.
Faszinierende Möglichkeiten zur
Buchkonservierung bietet das ZFB in Leipzig-Heiterblick. Entstanden aus dem Zentrum für
Bucherhaltung der Deutschen Bücherei in Leipzig hat es im Januar 1998 seine
Geschäftstätigkeit aufgenommen und bietet alle bestandserhaltenden Dienstleistungen aus
einer Hand unter einem Dach.
Über 30jährige Praxiserfahrung und ein
wissenschaftlich technischer Höchststand, der in dieser Form einmalig in der Welt ist,
basierend auf einer Erfindung des Dr. Wolfgang Wächter, kommen Bibliotheken, Archiven und
Museen sowie privaten Sammlungen zu Gute. Weltweit anerkannte und einmalige Verfahren, wie
das Massenentsäuerungsverfahren der Deutschen Bibliothek und die Papierstabilisierung
durch mechanisierte Spaltverfahren wurden durch die finanzielle Unterstützung des BMBF
zur Praxisreife entwickelt und sind seit mehreren Jahren in Betrieb.
Zum Service gehören weiter:
Naßbehandlungen, Teil- und Ganzstabilisierungen, Tieffrieren nach Wasserschaden,
Bearbeitung großformatiger Originale, Preservation Reprint, Verfilmung/Digitalisierung,
Einzelblattbearbeitung, Historischer und moderner Bucheinband, Gefriertrocknung, Boxing
und Schutzformen, Fachberatung und Logistikangebote u.a.
Für die Expo 2000 ist das ZFB
aussichtsreicher Bewerber.
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