Werkstätten und Museum für Druckkunst

In Leipzig, der traditionsreichen Buch- und Verlagsstadt, entstand im Stadtteil Plagwitz ein einmaliges Museum der Druckkunst. Seinen besonderen Rang verdankt es seiner einzigartigen Sammlung von europäischen und orientalischen Gußmatrizen, Schriftschablonen und buch1.jpg (134864 Byte)kunstvoll gefertigten Stahlstempeln. Zu den wertvollsten unter den exotischen zählen Hieroglyphen, Chinesisch, Keilschriften, Runen. Besondere Beachtung verdienen auch die vielen Matrizen zahlreicher gebrochener Schriften, darunter die Manuskript-Gotisch, Frakturschriften von J.F. Unger, J.G.I. Breitkopf und die Zentenar-Fraktur von F.H. Ernst Schneidler.

Zu den ältesten Abschlägen des Museums, vermutlich die ältesten in Deutschland überhaupt, zählen ein Satz von Jakob Sabon von 1572 sowie Original-Matrizen der Alten Schwabacher, die ebenfalls aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammen. Mit Gießmaschinen von Foucher, Paris sowie von Küstermann und Berthold, Berlin werden aus den alten Matrizen neue Bleilettern für den Handsatz gegossen. In angewandten Arbeitsproben kann mit diesen Typen die Vielfalt und der Formenreichtum von über 400 Jahren Schriftschaffen neu vermittelt und dokumentiert werden.

Als besondere Rarität des Maschinensatzes zeigt das Museum die vermutlich einzig erhalten gebliebene "Victorline". Weiter die amerikanische "Ludlow" und die Liniengießmaschine "Elrod", beide in verschiedenen Exemplaren, außerdem die Zeilensetzmaschine "Typograph" und die "Linotype", beide dargestellt durch mehrere Modelle. Seltene Hand-, Tiegel- und Zylinderdruckpressen können in wunderschönen Exemplaren besichtigt und ausprobiert werden.

Künstlerhaus Hohenossig - Werkstätten für künstlerische Druckgrafik

Die Inhaber dieser künstlerischen Druckwerkstatt, das Ehepaar Rößler, können auf zwanzigjährige Erfahrung verweisen. Schwerpunkt der Arbeit: Originalgrafik Tiefdruck Radierung, Holzschnitt.

Jährlich werden im Mai vierwöchige Druckgrafik-Symposien veranstaltet. Vernissagen und wechselnde Ausstellungen in der hauseigenen Galerie auf ca. 100qm gehören zum Angebot des Künstlerhauses wie auch die Nutzung der Gastatelierräume für auswärtige Künstler in der 3. Etage. In der Werkstatt in der 1. Etage wird mit drei handbetriebenen Krause-Pressen (Bj. Jahrhundertwende) und einer handbetriebenen Hochdruckpresse Dinglerÿsche Maschinenfabrik Zweibrücken/Saarland (Bj. 1850) gearbeitet.

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